Altarraum von Südosten

Die Kaufmannskirche

Die Kaufmannskirche ist eine der ältesten  Pfarrkirchen  der Stadt Erfurt. Sie steht in der Hauptgeschäftsstraße, dem Anger, und schließt diesen als städtebauliche Dominante nach Nordosten ab. 

Der Anger, heute das Einkaufszentrum der Landeshauptstadt, war wohl im frühen Mittelalter der zentrale Handelsplatz Thüringens. Mit ihm steht die Gründung der Kaufmannskirche, die dem heiligen Gregor, Bonifatius und dem Leib Christi geweiht ist, in engem Zusammenhang. Die prachtvollen Patrizierhäuser in der Umgebung der Kirche weisen darauf hin, dass hier einst wohlhabende und einflussreiche Familien wohnten.

Besonders interessant ist die nachreformatorische Ausstattung der Kirche. Das gilt vor allem für Kanzel und Altar. Hier sollen dem Gottesdienstbesucher die biblischen Grundlagen der lutherischen Glaubenslehre bildlich vermittelt werden.

Hier predigte Martin Luther am 22. Oktober 1522 im Ringen um reformatorische Klarheit, im Ringen um die Wiederherstellung einer auf dem Boden des Neuen Testamentes stehenden Kirche. Deshalb gilt sie als eine Erfurter Lutherstätte.

Hier wurden die Eltern Johann Sebastian Bachs, Johann Ambrosius Bach und Elisabeth Lämmerhirt, im Jahre 1668 getraut. Fast alle Mitglieder der Bach-Familie wohnten in der Kaufmannsgemeinde. Insgesamt wurden aus dieser Familie in der Kaufmannskirche 61 Kinder getauft und 12 Paare getraut. Deshalb gilt sie als Erfurter Bachstätte.

Die Kaufmannskirche trägt das von der Evangelischen Kirche in Deutschland verliehene Siegel „Verlässlich geöffnete Kirche“.

Auf dem Anger vor der Kirche wurde 1889 im Nachgang zu den Feierlichkeiten zu Luthers 400. Geburtstag ein Lutherdenkmal aufgestellt, dessen Sockel Szenen aus Luthers Leben und ein Psalmwort zeigt.

Seit 2007 werden umfangreiche Substanzerhaltungs-, Restaurierungs- und Umbaumaßnahmen ausgeführt. Eine Seite mit Bildern dazu finden Sie, wenn Sie dem Link folgen.

Die Kaufmannskirche ist erreichbar mit allen Straßenbahnlinien der Stadt, Haltestelle Anger.