Das Bauwerk Kaufmannskirche

Der heutige Bau der Kaufmannskirche ist eine dreischiffige gotische Basilika ohne Querhaus, deren weiträumiger, zwischen den Türmen nach Osten vorstoßender, mit fünf Seiten des Achtecks geschlossener Altarraum vom Langhaus durch einen gewaltigen, tief herab gezogenen Triumphbogen getrennt wird.

Die ehemals acht Langhausarkaden ruhen auf kräftigen Achteckpfeilern. Die eindrucksvolle Wirkung der majestätischen Bogenreihen wird nach der derzeitigen Neugestaltung im Inneren mit Rückbau der Nord- und Südemporen wieder hergestellt . Stilistisch schwer einzuordnen sind die darüber befindlichen Rundbogen-Obergadenfenster, die im Gegensatz zu den sonst ausschließlich begegnenden Spitzbogenformen stehen. Vermutlich sind die Mittelschiffwände des romanischen Baues beim Brand 1291 erhalten geblieben und die Jochbögen im Zuge des Wiederaufbaues angespitzt worden. Dies ist jedoch umstritten.

Dass eine steinerne Einwölbung der gesamten Kirche und nicht nur des Chorpolygons, dessen Gewölbe 1594 einstürzte, beabsichtigt war, lassen die Strebepfeiler des nördlichen Seitenschiffes erkennen, denen freilich eine Entsprechung am südlichen fehlt, wie auch die an den beiderseitigen Arkadenpfeilern nach den Seitenschiffen zu befindlichen Konsolen, die als Auflager für die Gewölberippen dienen sollten. Doch ist das Langhaus wohl endgültig mit einer hölzernen Spitztonne, wie sie sich gegenwärtig noch in mehreren Kirchen der Stadt findet, eingewölbt gewesen, an deren Stelle dann vermutlich im 17. Jahrhundert die jetzige Flachdecke trat.

Im Bild ist zu sehen, dass die beiden Türme das nördliche und das südliche Seitenschiff nach Osten hin abschließen. Im Erdgeschoss des Südturmes (unten) befindet sich die Sakristei, im Erdgeschoss des Nordturmes die Gedächtniskapelle für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Gemeindeglieder.

Der hochgotische Altarraum wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts angebaut.